Großes Blutbild: Was bedeutet das und welche Werte gehören dazu?
Ein großes Blutbild ist das kleine Blutbild plus Differentialblutbild. Wir erklären, welche Werte dazugehören, was es zeigt und was nicht, und ob du dafür nüchtern sein musst.
Was ist ein großes Blutbild?
Beim großen Blutbild werden die zellulären Bestandteile des Blutes untersucht. Im deutschen Sprachgebrauch ist damit üblicherweise das kleine Blutbild plus Differentialblutbild gemeint. [4] Der zusätzliche Teil gegenüber dem kleinen Blutbild ist also die genauere Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen. [1,2]
Das Blutbild kann Hinweise auf Veränderungen der Blutbildung, Infektionen, Entzündungsreaktionen oder bestimmte Bluterkrankungen geben. Ein auffälliges Blutbild stellt aber allein noch keine Diagnose. [1,2]
Anzahl der roten Blutkörperchen, roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) und Sauerstofftransport; MCV, MCH und MCHC beschreiben Größe und Hämoglobingehalt der einzelnen Zellen. [1]
Verteilung der verschiedenen Arten weißer Blutkörperchen. [1,2]
Großes Blutbild
4,67€
Das große Blutbild umfasst 13 Blutwerte und untersucht rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen (alle Werte des kleinen Blutbilds) und zusätzlich die genaue Verteilung verschiedener weißer Blutkörperchen. Dadurch ermöglicht die Untersuchung eine sehr detaillierte Einschätzung von Immunsystem, Entzündungsreaktionen und Infektionen. Im Vergleich zum kleinen Blutbild lassen sich mögliche Ursachen von Beschwerden genauer einordnen.
Kleines Blutbild
3,50€
Das kleine Blutbild umfasst insgesamt 8 wichtige Blutwerte und untersucht rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Damit lassen sich unter anderem Sauerstofftransport, Immunabwehr und Blutgerinnung grundlegend beurteilen. Die Untersuchung eignet sich besonders als allgemeiner Gesundheitscheck und erster Überblick über die Blutbildung.
Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild?
Das kleine Blutbild enthält bereits die wichtigsten Angaben zu roten Blutkörperchen, der Gesamtzahl der Leukozyten und den Thrombozyten. Beim großen Blutbild kommt das Differentialblutbild hinzu. Es zeigt, wie sich die weißen Blutkörperchen auf ihre wichtigsten Untergruppen verteilen. [1,2,4]
Diese Aufschlüsselung kann zusätzliche Hinweise liefern. Eine Veränderung der Neutrophilen kann zum Beispiel in einem anderen klinischen Zusammenhang stehen als eine Veränderung der Eosinophilen. Trotzdem lässt sich aus einer einzelnen Zellgruppe nicht zuverlässig auf eine bestimmte Krankheit schließen. [1,2]
Was zeigt ein großes Blutbild – und was nicht?
Ein Blutbild kann zum Beispiel Hinweise auf eine Blutarmut (Anämie), Veränderungen der weißen Blutkörperchen oder eine auffällige Thrombozytenzahl geben. Solche Befunde können bei sehr unterschiedlichen Ursachen auftreten. Deshalb werden sie zusammen mit Beschwerden, Krankengeschichte und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen bewertet. [1,2]
Nicht automatisch enthalten sind dagegen Blutzucker oder HbA1c, Cholesterin und andere Blutfette, Leber- und Nierenwerte, Schilddrüsenwerte, Ferritin, Vitamin B12 oder Vitamin D. Der Begriff „groß“ bezieht sich also auf die zusätzliche Differenzierung der Blutzellen – nicht auf die Zahl aller untersuchten Gesundheitsmarker. [1,2]
Wann wird ein großes Blutbild bestimmt?
Ein großes Blutbild kann Teil einer ärztlichen Abklärung sein, wenn Beschwerden oder Vorbefunde eine genauere Betrachtung der Blutzellen sinnvoll machen – zum Beispiel bei unklaren Veränderungen der Leukozyten, anhaltendem Fieber, Verdacht auf bestimmte Infektionen oder Blutkrankheiten oder zur Verlaufskontrolle in bestimmten medizinischen Situationen. [1,2]
In der Vorsorge hat das Blutbild eine bescheidenere Rolle, als viele annehmen. In den USA gehört es oft zu Routineuntersuchungen [1]; die gesetzliche Gesundheitsuntersuchung in Deutschland („Check-up“) enthält dagegen kein Blutbild, sondern Blutzucker und Blutfette. [5] Ein gesundheitlicher Nutzen bei beschwerdefreien Erwachsenen ohne Risikofaktoren ist nicht belegt. Sinnvoll kann ein Blutbild als Ausgangswert für spätere Vergleiche sein oder wenn es eine konkrete Frage beantwortet – etwa bei Müdigkeit den Verdacht auf eine Blutarmut. Gezielte Marker für Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-Risiko oder Nährstoffstatus ersetzt es nicht.
Welche Laboruntersuchung sinnvoll ist, hängt von der konkreten Fragestellung ab. Mehr Werte sind nicht automatisch hilfreicher.
Muss ich für ein großes Blutbild nüchtern sein?
Für das Blutbild selbst ist Nüchternheit normalerweise nicht erforderlich. Wenn bei derselben Blutabnahme zusätzlich andere Laborwerte bestimmt werden, können dafür aber besondere Vorgaben gelten. Entscheidend ist deshalb, welche Untersuchungen insgesamt geplant sind. [1]
Was bedeutet ein auffälliger Wert?
Ein Wert außerhalb des Referenzbereichs ist zunächst eine Abweichung und keine Diagnose. Auch bei gesunden Menschen können einzelne Werte außerhalb eines Referenzbereichs liegen – der Bereich umfasst per Definition nur etwa 95 Prozent der Gesunden. Umgekehrt schließt ein Wert innerhalb des Bereichs nicht jede Erkrankung sicher aus. Besonders hilfreich ist die gemeinsame Betrachtung mehrerer Werte und – wenn vorhanden – der Vergleich mit früheren Befunden. [1,3]
Prevent bietet selbst gezahlte Labordiagnostik an. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Jetzt Blutwerte messen lassen
Entdecken Sie unsere Blutanalyse-Pakete und buchen Sie Ihren Termin.